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Nachhaltiges Overlanding: Die 6 Prinzipien für umweltfreundliche Abenteuer

Nachhaltiges Overlanding: Die 6 Prinzipien für umweltfreundliche Abenteuer

- 22.06.2024

In den letzten Jahren ist Overlanding immer beliebter geworden. Mit der wachsenden Beliebtheit des Overlandings steigt jedoch auch dessen Umweltbelastung. Von erhöhten Kohlenstoffemissionen bis hin zur Zerstörung von Lebensräumen kann der ökologische Fußabdruck des Overlandings nicht ignoriert werden. Doch es gibt Hoffnung: Indem wir grüne Overlanding-Praktiken übernehmen und Maßnahmen ergreifen, um unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, können wir sicherstellen, dass zukünftige Generationen die Schönheit unseres Planeten weiterhin genießen können.

© Colin Mileman & Embry Rucker

Setze auf kleinere Motoren oder Elektroantrieb

Wenn Du die große Dünenroute von Lüderitz nach Walvis Bay fahren möchtest, muss Dein Fahrzeug einen starken Benzin- oder Turbodieselmotor haben. Die meisten Fahrzeuge haben nicht die Kraft, über diese hohen Dünen zu fahren. Allerdings besuchen weniger als 1% der Overlander in Namibia diesen abgelegenen Dünenabschnitt. Stattdessen fahren die meisten Reisenden zu den touristischen Zielen, wie Sossusvlei oder Düne 7. Trotzdem durchqueren sie Namibia mit ihren großen 4x4-Fahrzeugen oder Overland-Trucks, die meist auf Teer- oder einfachen Schotterpisten unterwegs sind, wo ein 4x4 mit kleinerem Motor deutlich kraftstoffeffizienter und umweltfreundlicher wäre.

Wähle daher ein Fahrzeug, das die von Dir geplanten Strecken mühelos meistern kann. Heutzutage bieten Hersteller wie Tesla, Rivian, GMC Hummer und Land Rover (ab diesem Jahr) vollständig elektrische 4x4-Optionen an. Wir sehen bereits ausgestattete Versionen dieser Fahrzeuge auf den beliebtesten Strecken.

© Craig Rhodes-Harrison

Hinterlasse keine Spuren

Ein weiterer wichtiger Aspekt des grünen Overlandings ist die Anwendung der "Leave No Trace"-Prinzipien. Dies bedeutet, die Natur zu respektieren, indem wir unsere Umweltbelastung minimieren und Wildnisgebiete so hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben. Einfache Maßnahmen wie das Mitnehmen von Müll, das Bleiben auf ausgewiesenen Wegen und das Vermeiden empfindlicher Lebensräume können dazu beitragen, die natürliche Schönheit unserer Umgebung zu bewahren. Indem wir "Leave No Trace" praktizieren, können wir sicherstellen, dass die Orte, die wir lieben, für zukünftige Generationen möglichst unberührt bleiben.

© Daniel Gassert

Weniger ist mehr

Die frühen Entdecker der Kontinente waren oft nur mit wenigen Vorräten und einem einzigen Kamel oder Pferd unterwegs. Im Gegensatz dazu neigen einige moderne Overlander dazu, eine übermäßige Menge an Ausrüstung, Zubehör und Lebensmitteln mitzunehmen. Dies führt teilweise zu Kritik von Einheimischen in den bereisten Gebieten, da die Overlander als abgeschottet wahrgenommen werden und wenig auf den lokalen Märkten ausgeben.

Du solltest die grundlegenden Dinge abdecken, wie Bergungsausrüstung, bequeme Schlafmöglichkeiten, einen Kühlschrank oder eine Kühlbox, Werkzeuge und Ersatzteile sowie Kochutensilien. Dabei geht es jedoch um das richtige Gleichgewicht. Ein überladenes Fahrzeug wird unnötig strapaziert, was zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch führt. Mit zunehmender Overlanding-Erfahrung wirst Du dieses Prinzip ganz natürlich verinnerlichen.

© Daniel Gassert

Lokal erkunden

Es muss nicht immer ein Traumziel in der Ferne sein – auch in der eigenen Heimat gibt es schöne Ecken zu entdecken. Dabei sind kein Flug, keine lange Fahrt und kein großes Budget erforderlich. Es lohnt sich, die Schönheiten direkt vor unserer Haustür zu entdecken und zu genießen.

Bestehende Wege nutzen

Wir alle möchten das Gefühl haben, die ersten Besucher oder Entdecker eines Ortes zu sein. In landschaftlich reichen Ländern wie Namibia und Island wird von den örtlichen Behörden jedoch betont, dass nur bestehende Wege genutzt werden sollen. Dies gilt insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten, da das Anlegen neuer Wege die Landschaft langfristig beeinträchtigen kann. Sprich mit Einheimischen über die besten Routen, nutze zuverlässige Karten-Software und bleibe nur auf bestehenden Wegen. Die Erde und auch andere Overlander werden es Dir danken.

© Alexandra Adoncello & Embry Rucker

Nachhaltige und langlebige Produkte wählen

Entscheide dich für Produkte von renommierten Herstellern, die für ihre Qualität bekannt sind. Diese Ausrüstung begleitet dich zuverlässig von Expedition zu Expedition. Indem du auf langlebige Produkte setzt, trägst du nicht nur zur Reduzierung von Abfall bei, sondern kannst auch sicher sein, dass deine Ausrüstung dich nicht im Stich lässt.

Neben der Auswahl langlebiger Ausrüstung ist es wichtig, auch im Umgang mit persönlichen Pflegeprodukten und Materialien auf Nachhaltigkeit zu achten. Entscheide Dich beispielsweise für biologisch abbaubares Shampoo und abbaubare Seife, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Wähle zudem Ausrüstung und Kleidung aus nachhaltigen Materialien wie recyceltem Polyester oder Bio-Baumwolle, um Deinen ökologischen Fußabdruck weiter zu minimieren. Indem Du bewusste Entscheidungen triffst, kannst Du dazu beitragen, die Schönheit der Natur zu erhalten, die Du auf Deinen Overland-Abenteuern erlebst.

Overlanding ist nicht nur das Erreichen entfernter Ziele – es ist ein Bekenntnis zu verantwortungsbewusstem Reisen. Indem wir diese sechs Prinzipien des grünen Overlandings annehmen, können Overlander sicherstellen, dass der Reiz von Offroad-Abenteuern für zukünftige Generationen zugänglich bleibt. Lass uns unsere Overlanding-Reisen mit einem Sinn für Verantwortung antreten und nur Reifenspuren und Erinnerungen hinterlassen.

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