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4X4: 16 Fragen an Hanli Prinsloo

4X4: 16 Fragen an Hanli Prinsloo

- 02.09.2021

Für Freitaucherin Hanli Prinsloo ist kein Wasser zu tief: Ihre Unterwasserabenteuer haben sie und ihre Lebensziele maßgeblich geprägt. Hanli hat beeindruckende elf Rekorde im Freitauchen aufgestellt. Aber auch, wenn sie gerade mal nicht im Wasser ist, löst sie sich trotzdem nie wirklich davon. Als Rednerin und Autorin setzt sie sich mit ihrer Stiftung "I Am Water“ für den Schutz der Meere ein. Wir sind tief in ein Gespräch mit Hanli eingetaucht und bringen spannende Geschichten an die Oberfläche.

© Craig Kolesky


Du bist eine Freitaucherin. Was war die längste Zeit, in der Du die Luft angehalten hast?

6 Minuten.

Welche Lektion hat Dich das Wasser / Meer gelehrt? 

Der Ozean zeigt mir immer wieder, dass ich gleichzeitig weich und stark sein kann. Man muss nicht eine gewisse Härte an den Tag legen, um stark zu sein. Das wird vielleicht bei der Arbeit und im Leben an Land erwartet, aber im Ozean kämpft man gegen etwas, das viel stärker ist als man selbst. Weich und doch stark zu sein, ist meine wichtigste Lektion. Es ist auch von großem Wert, ruhig und still zu sein. Wenn sich unser Atem verlangsamt, verlangsamt sich auch unser Körper. Alles, was im Wasser passiert, möchte ich auch an Land erleben.

© Peter Marshall


Deine Lebensphilosphie in 3 - 5 Worten?

Sei lieb zu Dir selbst, zu anderen und zu unserem Planeten.

Du planst einen Roadtrip, welche drei Menschen würdest Du mitnehmen wollen – egal ob tot oder lebendig?

(lacht) Da muss ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht lange drüber nachdenken. Ich würde meine kleine Tochter, meinen Ehemann und meine Mutter mitnehmen. Sie kann auf unsere Tochter aufpassen, während wir alles erkunden. Das erinnert mich an unsere FIND ANYWHERE Reise.

© Craig Kolesky


Wie hat die Front Runner Ausrüstung Deine Sicht auf Abenteuer verändert?

Ich war schon einige Male campen und habe natürlich schon viele Abenteuer erlebt. Was ich an der Front Runner Ausrüstung wirklich liebe, ist, dass nicht immer alles “super notdürftig” sein muss und dass man auch nicht immer einen Plan parat haben muss. Man merkt echt, dass sich da jemand Gedanken gemacht hat. Es gibt eben gute Lösungen und ich muss mich nicht durch unangenehme Situationen quälen. Da hat sich, dank der Front Runner Ausrüstung, wirklich einiges für mich verändert.

Welches Front Runner Produkt hast Du auf Deiner letzten FIND ANYWHERE Reise am liebsten benutzt?

Irgendwie war ich echt von allem überzeugt, aber da es recht kühl war, muss ich jetzt zuerst an den Box Braai denken. Den Grill konnten wir auch als Feuerstelle verwenden. Die Wolf Pack Pro’s haben mich allerdings auch ziemlich begeistert, da ich ihre Funktionalität sehr schätze. Wahrscheinlich wissen die wenigsten Menschen, dass sie sich auch wunderbar als Babybadewanne eignen. Es ist also ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Box Braai und den Wolf Pack Pro’s.

© Craig Kolesky


Was ist das Beste, was Du auf Deinen Abenteuern gesehen hast?

Da die meisten meiner Abenteuer entweder auf oder in Gewässern stattfinden, würde ich sagen, dass Schwimmen mit Pottwalen, die an der Oberfläche ruhten, eines meiner schönsten Erlebnisse war.

Was können wir tun, um unseren Meeren zu helfen?

Leider sind die Ozeane heutzutage vielen Gefahren ausgesetzt. Auf zwei Dinge haben wir allerdings meiner Meinung nach absoluten Einfluss, und über die wird zu wenig gesprochen. Zum einen sollte sich jeder darüber Gedanken machen, was er aus dem Meer isst. Ich denke dabei in Richtung Nachhaltigkeit. Das ist manchmal gar nicht so einfach, da man sich darüber informieren muss, wie Fische gefangen werden, wo sie herkommen und wie es ihrer Familie geht. Das Vertrauen in Supermärkte und Restaurants reicht da meistens leider nicht aus, man sollte sich darüber hinaus tiefergehend mit dem Thema beschäftigen. Zum anderen hat natürlich auch der Klimawandel verheerende Auswirkungen auf unsere Meere. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, wie unser Handeln den Klimawandel und dieser wiederum unsere Meere beeinflusst.

© Eyeforce


Du hast Deine Leidenschaft, den Schutz der Meere, zum Beruf gemacht. Gibt es irgendwelche Tücken?

Ich glaube, dass jeder, der seine Leidenschaft zum Beruf macht, offen für Herausforderungen ist, weil es ihm wirklich wichtig ist. Deshalb gibt es hier für mich auch kein “Ich kann es kaum abwarten, endlich abschalten zu können” – denn es gibt kein Abschalten. Diese Vollzeitbeschäftigung bringt allerdings auch die mögliche Falle des Ermüdens, bis hin zum Burnout, mit sich. Ich versuche, dem entgegenzuwirken, indem ich mich möglichst oft ins Wasser begebe. Aber ganz allgemein ist es für mich eine Belohnung, in einem Bereich arbeiten zu können, in dem man wirklich etwas bewirken kann und in dem man auch einen Sinn sieht.

Erzähl uns von Deiner Organisation “I Am Water”.

I Am Water” hat seine Wurzeln in Kapstadt. Als Organisation teilen wir unsere Meereserfahrungen mit jungen Menschen aus unterversorgten Küstengemeinden. In Südafrika gibt es leider nicht die Beziehung zwischen den Menschen und dem Meer, so wie es wünschenswert wäre. Vieles davon ist auf vergangene politische Regimes rückzuführen. Es gab eine schreckliche Trennung, wer Zugang zur Natur und wer Zugang zu Stränden hatte – das zeigt sich heute immer noch. Ich finde es sehr wichtig, die Meere für alle gleichermaßen zugänglich zu machen. Hier setzt "I Am Water" an, indem wir mit Schulen zusammenarbeiten und unsere Meereserfahrungen mit so vielen Schülerinnen und Schülern wie möglich teilen.

© Craig Kolesky


Woher kommt diese Liebe zum Wasser?

Ich bin auf einer Pferdefarm mitten im Nirgendwo aufgewachsen. Das Meer war sehr, sehr weit entfernt. Ich habe es geliebt, in Flüssen und Dämmen zu spielen. Meine Liebe zum Wasser, aus der dann meine Liebe zu den Meeren wurde, ist einfach eine enge Verbundenheit zur Natur, zur Wildnis und zu Tieren. Ich glaube, ich sehe mich selbst sogar mehr als Tier. Ich meine, wir sind ja auch Tiere, aber wir haben es vergessen. Also: Begonnen hat alles mit meiner engen Verbundenheit und Liebe zur Wildnis – und unsere Meere sind der wildeste Ort.

Hast Du Tipps für Roadtrip-Neulinge? 

Manchmal fühle ich mich selbst noch wie ein Roadtrip-Neuling. Generell ist es aber nie eine schlechte Idee, sich vorab über das Land zu informieren, in das man reist. Und es lohnt sich auf jeden Fall, einfach mal ein bisschen herumzufragen, wer gerade noch auf Reisen ist. So können schöne Bekanntschaften entstehen. Dann gibt es natürlich noch die langweiligen technischen Dinge wie die Fahrzeugwartung, die Kontrolle des Ölstands, des Filters oder der Bremsen, die man beachten sollte. Ach ja, und ich bin ein großer Fan von gesunden Snacks – unterwegs findet man diese nicht unbedingt.

© Eyeforce


Was befindet sich aktuell auf Deiner Roadtrip-Playlist?

Meine Playlist ändert sich ständig. Ich glaube, für jemanden, der die meiste Zeit unter Wasser verbringt und auch noch Mutter ist, bin ich in Sachen Musik nicht ganz auf dem neuesten Stand. Aber ich höre zum Beispiel Billie Eilish oder Traveller. Ich habe aber auch eine ganze Playlist mit Musik von Macklemore – manchmal muss man im Auto mal ein bisschen tanzen. Dann habe ich auch noch eine Playlist mit Instrumentalmusik, die hören wir vor allem dann, wenn unser Baby schläft. Und dann gibt es da noch eine Band, die wirklich immer in jeder Playlist ist: ViVii, eine Dreampop-Band aus Schweden. Das sind alte Freunde aus meiner Studienzeit in Schweden und immer wenn ich ihre Musik höre, macht mich das glücklich.

Wer ist Dein Vorbild?

Ich hatte das Glück, einige inspirierende Menschen kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Sylvia Earle zum Beispiel, eine wirklich gute Freundin von mir und auch ein sehr wichtiger Mensch für unsere Meere. Aber ich glaube meine wahren Vorbilder sind die Frauen Afrikas. Afrika wurde auf den Schultern unglaublich starker Frauen aufgebaut. Ich spreche hier nicht von Frauen in Führungspositionen, auch, wenn ich mich jedes Mal freue, das in Afrika zu sehen. Ich spreche aber von den Frauen, die jeden Tag aufstehen und das Rückgrat ihrer Familie sind. Die Frauen, die Geld und Essen nach Hause bringen und sich oft um ganze Generationen kümmern. Für mich sind die Frauen dieses Kontinents eine große Inspiration. Sie spornen mich an, besser zu werden und selbst ein Vorbild zu sein.

© Craig Kolesky


Welche Reise steht als nächstes an?

Ich möchte unbedingt an die Westküste reisen, um mir die Blumen anzuschauen, bevor es sie nicht mehr gibt. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja eines Tages so weit in den Norden, dass ich bis nach Namibia komme. Auf jeden Fall stehen einige Reisen an, die von Kapstadt aus mit dem Baby gut zu erreichen sind. Ich freue mich schon sehr, mehr von diesem wunderschönen Land zu entdecken. Es ist wirklich ein Geschenk, schöne Orte bereisen zu können, die nur eine Autofahrt von zu Hause entfernt sind. Mein Gott, sind wir nicht verwöhnt? Ich freue mich schon riesig, meine Sachen zu packen und das nächste Abenteuer zu erleben.

Wie lautet Dein Spitzname?

Ich habe keinen. :)

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